Navi-Rechner

Es ist soweit. Wir trennen uns von der Laptop-Navigation und steigen um auf den fest installieren Rechner. Natürlich kann man das einfach kaufen,uns war das aber mit Preisen weit oberhalb 2000 EUR viel zu teuer.
Also nach einer Alternative umsehen. Ein kleiner Rechner sollte es sein, Intel I5 hab ich mir so gedacht wegen der sparsamen Stromaufnahme und viele USB-Schnittstellen sollte er haben. Außerdem brauchen wir für unseren Cockpit-Bildschirm eine HDMI-Schnittstelle. Fündig wurden wir beim Hersteller ASRock, ein für das Wohnzimmer gebauter Media-PC in kleiner handlicher Bauform. OK, billig war der auch nicht gerade aber er erfüllte die oben gestellten Anforderungen und ist im Vergleich zu den “Bord-Rechnern” der Yachtindustrie geradezu ein Schnäppchen. Auf dieser Kiste wurden nun allerhand Programme installiert und eingerichtet – eine Arbeit von mehreren Wochen, ich bin immer noch nicht fertig damit.
An 12V mit entsprechendem Wandler verbraucht er bei normaler Rechenlast ca. 16W, damit kann ich gut leben.

2. Baustelle: der Monitor. Natürlich braucht ein stationärer Rechner einen externen Bildschirm. Da gibt es ein Platzproblem im Schiff und das Problem der Stromversorgung mit 12V. Nachdem ich im Navieck der Grace nachgemessen habe war klar das der heimische 22-Zoll-16:9-Bildschirm leider nicht hinpasst. Ein 4:3 Bildschirm von Asus etwas älterer Bauart erfüllte die Voraussetzungen. Nur die 12V-Stromversorgung gab es nirgendwo dazu.

Also selber kreativ werden …
Extern gespeist ergab sich eine Stromaufnahme von 24W (2A) über einen kleinen Wandler 12 auf 230V. Dann wurde nachgeschaut, welche Spannungen das eingebaute Netzteil so liefert. Da fanden sich 16V und 5V. Freundlicherweise ließ sich die 16V-Schiene auch mit 12V problemlos betreiben – es konnte keine Einschränkung festgestellt werden, auch nicht bei den bordüblichen Schwankungen zwischen 11 und 14,8V. Also ging es letztlich nur noch um die 5V. Hier wurde ein kleiner, fertig aufgebauter Schaltwandler (12 auf 5V, lieferbar zB. hier) angepasst und eingebaut. Kleiner Schalter für den “Total-Aus” ins Gehäuse eingebaut und ein Kabel dran für den Anschluss auf dem Schiff. Stromaufnahme nun nur noch 16W, eine Einsparung von 0,7A kann sich doch sehen lassen. Im Standby ist die Stromaufnahme gar nur noch 20mA, aber selbst dafür gibt es ja den “Total-Aus-Schalter”.

Fotos vom Einbau an Bord folgen demnächst.

Franson GPS-Gate

Will man mehrere Programme auf die Positionsdaten vom GPS zugreifen lassen, macht das Probleme. Sobald das erste Programm zugreift, ist der Port für das andere Programm gesperrt.

Bei uns waren es gleich drei Programme, die zugreifen sollten: unser neues MaxSea mit Anzeige der AIS-Ziele, der alte ChartNavigator als Backup und zur Routenaufzeichnung und das Airmail-Programm für automatisierte Positionsreports ins Internet. Es braucht dazu ein Programm, das die ankommenden Daten auf mehrere virtuelle COM-Ports verteilt bzw. kopiert.

Über ein Jahr habe ich nach einem freien Programm zur Lösung dieser Aufgabenstellung gesucht und leider keines gefunden das auch unter Windows7 64bit läuft. Im Sommer 2011 sind wir mit einer zusätzlichen GPS-Maus am Laptop gefahren um das Backup am Laufen zu halten und auf die Positionsreports wurde eben verzichtet.
Nun sollte endlich eine dauerhafte Lösung her, weil auch die freifliegenden Kabel aus der Naviecke verschwinden sollen. Ich habe mich für das oben genannte Programm entschieden, nach ein wenig Herumprobieren lief es dann auch so wie erwartet. Der Kauf ist schnell abgewickelt, die Lizenzschlüssel erhält man sofort nach Bezahlung angezeigt.

Eine freie Version “Express” des Franson GPSGate ist mit ein paar Limitierungen versehen, für die Standard-Version werden etwa 35 EUR fällig. Dafür erhält man die Möglichkeit, die Daten auf eine beliebige Anzahl COM-Ports zu verteilen. Dann sind die Programme entsprechend anzupassen.

Als widerspenstig bzw. resourcenhungrig erwies sich dabei der ChartNavigator Standard. Der belegte immer gleich alle angebotenen virtuellen Ports, egal was ich in der Konfiguration einstellte. Erst als ich im GPSGate einen virtuellen Garmin-Port anlegte und diesen dem ChartNavigator zuwies, blieben die anderen Ports für die Programme frei zugreifbar.