Schaukeln im Wellentakt

Gestern am Mittwoch war in Deutschland Sturm, auch auf der Ostsee. Uns hat das nicht gestört, in den geschützten Ecken zwischen den kleinen Inseln ist der Wind geringer und die Wellen erreichen uns kaum weil sie an den vorliegenden Inseln gebrochen werden. Wir verlassen Östra Bokö mit dem Ziel Saxemara – klingt wie “Das Meer der Sachsen”, ist aber eigentlich nur ein winziges Leucht-Häuschen – aber sieht auf der Karte gut aus um vor Anker einen Tag zu verbringen und den Sturm abzuwettern. Auf dem Weg dort hin werden wir von den Ausläufern der 3m hohen Wellen draußen auf der Hanöbucht ordentlich geschaukelt. Aber das sind jeweils nur kurze Streckenabschnitte, dann können wir uns wieder hinter Inseln “verstecken”. Unser Ziel ist eine kleine ringsherum geschützte und 4m tiefe Bucht – ein idealer Ankerplatz. Ein klein wenig Welle schaukelt uns herum, ab und an einen kurzen Schauer. Es gibt leckere selbstgemachte Pizza und der Abend klingt mit einem Märchen aus. Wir schlafen gut. Der Morgen ist kalt, Böen pfeifen im Rigg – wir machen in aller Ruhe Frühstück. Das Wetter wird erst morgen besser, also werden wir heute hier bleiben. Es wird eine Schlauchbootrunde geben, wir schauen uns mal an, wie die Schweden hier so leben.

Karlshamn

Die Überfahrt von Hanö war kurz – nur knapp 10nm. Es gab kurz mal Regen, später auch wieder Sonne. Wir hatten trotzdem das dicke Ölzeug an, wenn auch ohne die ganzen Unterzieher. Ben konnte sich nicht so recht bewegen, weil wir mehr Welle befürchtet hatten war er am Lifebelt angegurtet. Über der Warterei bei der Abfahrt ist er gleich eingeschlafen. Wind bis 5 Bft. und nur ein Teil der Genua zieht uns mit bis zu 7 kn über die See. Segler sind wenige unterwegs. Dann Ankommen in Karlshamn. Naja, es ist ähnlich wir Burgstaaken, nur das die Industrie hier im Vergleich riesig ist und es noch irgendwie sehr seltsam aus dieser Fabrik riecht. Der ausgewiesene Gästehafen erscheint uns winzig, die kurzen Ausleger erwecken nicht gerade unser Vertrauen. Ringsherum ist aber Platz ohne Ende. Wir legen zuerst an einem Schwimmsteg an, lassen uns Zeit. Als wir den Steg verlassen steht dort ein seltsames schwedisches Schild, es werden 500 Kronen Strafe für was auch immer angedroht. Das ist für uns Grund genug, den Gästehafen noch einmal anzusehen. Wir laufen eben mal hin, suchen uns ein Plätzchen und verholen uns. Es ist wirklich eng, aber ähnlich wie Burgstaaken können wir rückwärts anlegen und über die Leiter runter zum Steg steigen. Dann bezahlen wir unseren Obolus im gegenüberliegenden Hotel. Die Toiletten und Duschen sind gut und sauber, wir nutzen gleich die angebotene Waschmaschine und den Trockner. Aber vorher drehen wir eine kleine Runde in der Fußgängerzone. Nicht viel los – aber eigentlich klar, am Sonntag nachmittag ist kaum jemand in der Kneipe, die Geschäfte sind bis auf einen Supermarkt geschlossen und das Wetter ist zwar inzwischen wieder trocken aber nicht so sehr einladend. Wir finden auch die Touristinformation und das kleine Museum im Hafen, morgen schauen wir uns das an. Internet wird zwar zuerst scheinbar kostenlos angeboten, man braucht aber nach der Registrierung dann doch einen Voucher der Hotelrezeption, 99 SEK für 24 Stunden erscheint uns zu teuer. Also geht dieser Post wieder per Kurzwelle an den Blog.

Regen statt Sonn-Tag

Der Morgen dieses Sonntags begann mit einem heftigen Platzregen. Da der Wind auch noch in unseren Niedergang wehte hatten wir etwas Wasser das unbedingt durch unsere Tür wollte im Schiff. Ein aufgeschnittener Müllsack an der Außenseite behob dieses Problem schnell, allerdings ließ dann auch der Regen nach. Eine Stunde später war dann deutlich mehr Platz im Hafen und wir verholen uns 30m nach hinten, so das wir der bald ankommenden Fähre nicht im Weg sind. Wir gehen duschen, spielen Lego und überlegen, weiter nach Karlshamn zu fahren. Das ist eine kleine Stadt und nur 10nm entfernt. Dort soll es auch ein “Kindermuseum” geben – Schlechtwetterprogramm eben. Das Wetter soll auch schlecht bleiben, im Süden gibt es Sturm, hier oben in den geschützen Ecken wird es wohl nur so 5 Bft. werden.

freundliches Hanö

Wir wollten – wenn wir schon in der Hanö-Bucht unterwegs sind – auch die namensgebende Insel besuchen. Bei sehr wenig Wind sind wir heute teilweise mit Segelunterstützung, teilweise ohne, in 7 Stunden nach Hanö gefahren. Bei Einsetzen der Dämmerung wurde es auch wieder kühler und die Jacken und Mützen fanden wieder an Ihren Platz am Körper. Sehr nett wurden wir gleich an der Mole vom Hafenmeister empfangen, er gab uns einen Platz mit dem Hinweis, dass wir nur bis morgen 10:00 Uhr liegen bleiben könnten. Das ist für uns kein Problem, außerdem würde sich ein neuer Platz finden wenn wir doch bleiben wollten. Der Preis ist gepfeffert, 25 EUR für eine Nacht, allerdings ist Strom und Duschen inklusive. Das Wetter ist schön, heute Abend gab es mal ein paar Tropfen aus den Wolken. Stört nicht, es ist warm und wir telefonieren gerade per Skype mit den Lieben daheim.

Hammerhavnen

Gegen 16:30 Uhr sind wir in Hammerhavnen auf Bornholm angekommen. Wir hatten zwar zwischendurch Sonnenschein aber inzwischen ist es wieder komplett bewölkt. Schönes Segeln bei 2-3 Bft. Blisterwetter. Ein regattamäßiger Schnellwechsel von Genua auf Blister hat zwar nicht geklappt, aber wir sind ja auch nicht auf der Flucht. Heute keine Seekrankheit, alles wohlauf. Wir haben gegessen wie die Scheunendrescher und das Abendbrot steht noch aus … Der Hafen wird zZ. gebaut. Nichts offensichtliches zum Festmachen vorhanden. Helfende Hände nahmen unsere Leinen, da konnten wir in Ruhe die Rüsteisen in der neuen Mauer als Poller nutzen. Die Burgruine steht noch, Duschen im Container, alles dänisch klein aber OK. Ben hat sich gleich an dem kleinen Sandstrand ausgetobt. Dann gabs ein Eis. Mhm mit Schlagsahne und Soße oben drauf.

Schweden oder Bornholm

Noch ist diese Zielfrage nicht ganz entschieden. Gestern wurde noch Essen vorbereitet, Tee gekocht, warme Sachen herausgelegt. Heute in der Früh, gegen 3:30 Uhr sind wir aufgebrochen, wollten den günstigen Wind nutzen und uns in den Norden treiben lassen. Das Wetter ist nicht so doll, es ist bewölkt und 18°C. Aber es könnte auch regnen also wollen wir nicht unzufrieden sein. Der Wind ist günstig, könnte aber noch etwas stärker sein. Zeitweise sind wir nur mit 4kn unterwegs (ca. 7,5 km/h). Ben schläft noch und Marlies buzelt auf der Cockpitbank. Ich habe von ihr die Wache vor etwa einer Stunde übernommen. Schweden wir kommen (oder Bornholm).